Donnerstag, 22. September 2011

Crepemaker - braucht man (Frau) so etwas????

Wer kennt das nicht? Es gibt regelmäßig sooo viele verführerische Neuheiten an Haushaltshelferchen und ich denke, das jeder schon häufiger auf Werbung für diese tollen Sachen hereingefallen ist :-)
Jaaaa, auch ich gehöre zu der Fraktion, die an keinen Neuheiten vorbei kommen oder sich regelmäßig bei Sichtung von Haushaltsgeräten und Zubehör zusammenreißen müssen, um sich diese nicht zu kaufen :-)

Seit Jahren spiele ich immer wieder mit dem Gedanken mir einen sogenannten Crepemaker zuzulegen :-) Spätestens, wenn die ersten Weihnachtsmärkte ihre Stände aufgebaut haben und es dort an den Crepeständen lecker duftet und man den Leuten bei der Zubereitung zusehen kann mit den tollen Geräten, überkommt mich das Gefühl "will auch haben" :-) Aber aus irgendeinem Grund hat mich in den vergangenen Jahren immer wieder meine Vernunft überrannt und mich vom Kauf abgehalten... 

Nun ja, jetzt hatte mir allerdings eine Bekannte vor einiger Zeit ihren Crepemaker der Marke Cloer vor die Türe gestellt, da er bei ihr nur im Schrank stehen würde (oha, ein auch mir sehr bekanntes Problem) :-) Sie dachte sich, wenn jemand dieses Gerät benutzen würde, dann wohl ich :-)

Und so kam es vor zwei Tagen, das mein Mann äußerte, das er mal wieder Lust auf Crepes hätte! Ah ja, da war doch etwas... :-)

Also, nichts wie an den Schrank und den Crepemaker ausgepackt:


Nett anzusehen war er ja, aber wo bitte ist der Spatel bzw. Stab zum Verstreichen des Teiges?? Ich las die Bedienungsanleitung und musste feststellen, das dieses Gerät OHNE auskommt. 
Man soll den Teig in eine flache Schale oder Schüssel füllen, deren Durchmesser größer ist als der Crepemaker (Durchmesser Backfläche ca. 19,5 cm). Man soll den Crepemaker dann herum drehen und die Backfläche in den Teig dippen (max. 3 Sekunden) und dabei das Gerät etwas hin und her rollen, damit die Backfläche ganz mit dem Teig benetzt wird. 
Danach stellt man das Gerät wieder hin, die Kontroll-Lampe geht an und wenn sie wieder erlischt, ist der Crepe fertig und kann auf einen Teller gestürzt werden.
Klang ja ganz leicht und toll. Es gab auch gleich ein einfaches Creperezept dazu und der Teig sollte mindestens eine Stunde vorher zubereitet werden. Das habe ich dann auch gemacht.
Für die Teigzubereitung (Angabe in Tassen) nutzte ich mein weiteres neues "Küchenspielzeug" (Meßbecher von KitchPro), aber dazu später mehr :-)


Die eine Stunde Ruhezeit des Teiges nutzte ich dann um eine passende Schüssel zu finden :-)
Ja, ich habe meine gesamte Küche durchforstet um eine passende Schale bzw. Schüssel zu finden! Und ich behaupte mal, ich besitze weitaus mehr Schalen/Schüsseln als ein normaler Haushalt :-) Was für ein Problem gab es denn nun, werdet ihr euch fragen?! Ganz einfach, ich besitze jede Menge Schüsseln oder Schalen mit wirklich großen Durchmessern - bei einem 5köpfigen Haushalt eigentlich eine Selbstverständlichkeit für mich!
Aber überlegt mal selber, wie sind sämtliche Schalen und Schüsseln aufgebaut? Sie haben oben zwar eine große weite Öffnung, aber nach unten hin verjüngen sie sich, also wie bitte soll da der Crepemaker noch hinein passen?? :-)
Nun ja, Improvisation ist alles und ich entschied mich schließlich für einen Pfannendeckel mit einem Durchmesser von 32 cm und einer Tiefe von gerade mal 7 cm. Der Deckel war tief genug um den Teig einzufüllen und groß genug um den Crepemaker hinein zu dippen!

Die Stunde war um ich startete das Gerät. Als die Kontroll-Lampe erlosch wagte ich meinen ersten Versuch und es funktionierte auch reibungslos, lediglich die Oberfläche des Crepe gefiel mir optisch nicht wirklich, aber egal, ich übte ja noch :-)


Ich stürzte den Crepe auf einen Teller und strich Marmelade auf.


So stellte ich also auch die weiteren Crepes her und fand es schon recht aufwendig, das ich in 3 Sekunden die Backfläche benetzen musste und gleichzeitig immer den Pfannendeckel dabei mit hin und her bewegen musste, damit die Backfläche wirklich durchgängig benetzt wurde. Irgenwie störte immer der Griff des Crepemakers.
Das Rezept war ausgelegt für 16 Crepes und ich schaffte 8 Stück (auch in wirklich kurzer Zeit)! Und dann passierte das, was ich befürchtet hatte. Man sah ja, das der Teig weniger wurde und ich fragte mich bereits vorher, ob man wirklich den gesamten Teig aufbrauchen könnte. Beim 9. Crepe bemerkte ich dann schon beim Eintauchen des Crepemakers, das die Füllhöhe langsam zu gering war und während ich schnell (ich hatte ja nur 3 Sekunden) versuchte den nächsten Crepe herzustellen durch drehen des Gerätes (inzwischen blieb immer eine Stelle in Griffnähe ohne Teig), fiel mir der obere Crepeteig in den flüssigen Teig:


Damit hatte ich dann endgültig den Papp auf und der restliche Teig (mit Einlage) wanderte in den Müll!!! :-)
Ich war froh, das ich im Vorfeld schon für meine Jungs ein paar Apfelpfannkuchen zubereitet hatte :-)
Die paar wenigen Crepes waren übrigens geschmacklich "naja..." - etwas mehlig und geschmacksneutral, aber durch die Marmelade genießbar. Ohne Marmelade wurden sie schnell sehr trocken und brüchig. Auch mit dem Füllen musste man sehr schnell arbeiten. Aber da gibt es ja zum Glück auch richtig gute Rezepte :-)

Fazit:
Der Cloer Crepemaker ist ein hübsch anzusehendes Gerät, leicht in der Bedienung, aber völlig nutzlos in der Küche! Mal davon abgesehen, das wohl kaum jemand eine entsprechende Schale oder Schüssel in seinen Schränken finden wird, selbst wenn man sich, wie ich, mit einem Deckel behilft, der Griff des Makers ist irgendwie immer im Weg und es wird kaum ein Crepe durch ein einfaches Dippen hergestellt.
Für mich also ein typisches Gerät, was nach einmaligem Benutzen für laaaaaange Zeit im Schrank verschwindet und verstaubt :-)
ich kann natürlich jetzt nicht behaupten, das es anders ist mit den Crepemakern, wo man mit einem t-förmigen Holzstück den Teig aufträgt, aber für mich ist das Thema Crepemaker erst einmal erledigt :-)

Und ich möchte wetten, die Erfindung dieses Crepemakers stammt von einem Mann, der seine Frau gerne bittet ihm ein paar Crepes zuzubereiten... Angewendet hat dieser den Crepemaker aber sicher nicht :-)


Nachtrag
Inzwischen hatte ich direkten Kontakt mit der Firma Cloer, die mir mitteilte, das dieses Gerät bereits vor über 10 Jahren aus dem Programm genommen wurde und inzwischen ersetzt wurde durch einen kabellosen Crepemaker. Ich bin dennoch der Meinung, das die Problematik die gleiche ist. Wer die Diskussion mit Cloer nachlesen möchte, der wird hier bei Facebook fündig.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für den Bericht.... Ich gehöre leider auch zu der Rubrik sich so ein Gerät zuzulegen... aber das was ich nun gelesen habe (musste echt grinsen) reicht mir, damit ich es nicht tue :) Dann geh ich lieber 2x mehr auf den Weihnachtsmarkt. Liebe Grüße Susi

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  2. Hallo.

    toller Bericht. Mein Mann wollte auch immer gerne so ein Ding haben, aber nun haben wir beide es ausprobiert und bekommen Crepes auch in der Bratpfanne super hin. Solche Geräte können wirklich nur Männer erfinden.

    Liebe Grüße

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